Gründungsversammlung vom 19. Januar 1959 im Schulhaus

Im Auftrage der Aktionskomitees begrüsst Franz Fischlin die Teilnehmer und hebt im besonderen hervor dass nur im völligem Einverständnis mit dem Bisherigen der Schritt zur Gründung einer vereinsmässigen Fasnachtsgesellschaft gaten werden kann. Er frägt insbesondere Franz Fuchs, Josef Strüby und Josef Urlich- Solca an, ob sie irgendwelche Einwendungen gegen die geplante Neugründing vorzubringen haben. Der Vorsitzende wünscht auch zu vernehmen ob die bisherigen willens sind in der Gesellschaft mitzuarbeiten. Die Antworten aller drei Befragten sind klar und deutlich, i dem sich jeder Einzelne mit der vereinsmässigen Gründung einer Fasnachtsgesellschaft Rickenbach einverstanden erklärt und die Mitarbeit zusichert. Alle Anwesenden stimmen der Gründung einer Fasnachtsgesellschaft Rickenbach zu.

 

Die Gründungsmitglieder werden hier Namentlich aufgeführt:

Franz Fischlin, Josef Ulrich-Solca, Xaver Fuchs Förster, Josef Ulrich jun., Jules Zehnder, Bernhard Ceberg, Franz Fuchs Urenmatt, Josef Strüby Perfiden, Werner Bamert, Fidel Kenel Bellevue, Josef Horath am Bach. Total 11 Mann.

Jedes einzelne Vorstandsmitglied wird mit Handmehr und durchwegs einstimmig für eine erste Amtszeit von 2 Jahren gewählt und zwar zum Präsidenten, Franz Fischlin Kassier, Werner Bamert Aktuar, Bernhard Ceberg Bisässen, Xaver Fuchs und Franz Fuchs.

 

Da wir bereits den 19. Januar zählen und der Schmutzige Donnerstag auf den 29, Januar fällt wo auch die Kinderbescheerung vorgesehen ist beantragt der Präsident organisatorisch heute Abend nichts weiters vorzunehmen und eine Aussprache über den Gesellschaftsnamen, Statuten und anderes, im Winter 59/60erst aufzunehmen. Der Präsident möchten diesen Abend dazu benützen die Kinderbescheerung mit allem drum und dran ins reine zu bringen. Die Versammlung ist mit diesem Vorgehen absolut einverstanden und beschliesst im weiteren, den bisherigen Aufwand an Zahl und Quantum nach Möglichkeit etwas zu reduzieren, die Kinderbescheerung in Aufiberg beizubehalten ebenso den Aufsuchen der alten und kranken Leute in der Umgebung sofern die nötige Zahl Maschgraden sich zur Verfügung stellen. Jedes einzelne Gründungsmitglied übernimmt einen bestimmten Kreis in und um Rickenbach zwecks Mitgliederwerbung, der Jahresbeitrag wird auf Franken 10.- festgelegt in der Hoffnung dass er innert kürzester Zeit um einiges gekürzt werden kann. Gönnerbeiträge sind dankbar entgegenzunehmen, doch sollen die Werber keinen Extragang unternehmen in Häuser wo ein Mitgliederbeitrag nicht erwartet werden kann oder darf. Der finanzielle Aufwand wird auf Franken 350 bis maximal 400 geschätzt und wenn die Versammlung auch nicht der Auffassung ist im ersten Jahre schon 40 Mitglieder aufzubringen ist mann doch recht optimistisch und glaubt bestimmt an den nötigen "Klotz" innert 10 Tagen zusammentragen zu können. Etwas Bauchweh verursacht die Tatsache dass von den bisherigen Maschgraden nur 2-3 zur Verfügung stehen, doch sind noch einige beinahenichtmehr christenlehr Pflichtige Rickenbächler die sicher die Lücke auffüllen werden. Befriedigt von dem Erreichen und Willens fest zuzupacken beschliesst der erste Präsident der Rickenbächler Fastnachtsgesellschaft die Gründungsversammlung. Jeder dankt jedem der heute Abend mit dabei war. Schluss 22:40

Der Aktuar B. Ceberg

 


Aus der Vorgeschichte der Rickenbächler Fasnacht

Vor Jahrzehnten, da Rickenbach in stiller Beschaulichkeit dahin lebte, war der Güdelzischtig der "Höhepunkt" der Fasnacht in der Filiale. An diesem Tage gaben sich die Nimmermüden von Rickenbach und vom Dorf , dazu noch einige chronische Blaumacher ein Stelldichein in Rickenbach. Dabei soll es am spähten Nachmittag recht lustig und fidel zugegangen sein und manches Photobild aus dem Atelier des lieben unvergesslichen Peppi Sindelar hat diesen echt fastnächtlichen Spuck festgehalten und der Nachwelt überliefert. Während Jahren oder gar Jahrzehnten da die ältere Generation lieber in den Endefinken am Ofen sass war dann allerdings in Rickenbach, mit Ausnahme der Kinderfasnacht und dem Chelläwibli recht wenig von der Fastnacht zu spühren.

Alois Ulrich und dessen Ehefrau prüften wiederholt die Möglichkeit, die Fasnacht in Rickenbach zu beleben und mit dem Gedanken an einem der öffentlichen Fastnachtstagen die Schulkinder in Rickenbach zu beschenken traten diese zwei Genannten 1951 vor die Rickenbächler. Und die Rickenbächler sagten Ja zu einer Geldsammlung von Haus zu Haus damit jedem Kind eine Wurst mit Brot und ein paar Orangen verabbreicht werden können. Sie sagten auch Ja selbst einmal ins Narrengwand zu steigen und zu den Trommelschlägen, im Rhythmus des Narrentanzes d`s Dörfli uf und ab zu bröggen. Dank der Initiative und dem Opfersinn des Ehepaares Alois Urlich-Tschümperlin war die Fastnacht zum Leben erweckt. Es ging alles wie am Schnürchen, die Kinderbescheerung konnte Jahr für Jahr dank der Gebefriedigkeit aller Rickenbächler durchgeführt werden und am Abend war in den Wirtshäusern von Rickenbach mancher Maschgrad bis zum umfallen "tätig". Nach dem Wegzug der Familie Alois Ulrich-Tschümperlin übernahm ein Dreigestirn die Führung, Franz Fuchs Urenmatt, Josef Strüby Perfiden und Josef Urlich-Solca. Alles ging gut und im gewohnten Rahmen. Die Kinderbescheerung wurde in Aufiberg ausgedehnt und überdies wurden in Rickenbach Berg und Aufiberg die Alten und Kranken aufgesucht und mit einem Päckli beschenkt. Mit viel Freude und gutem Willen tat jeder das seinige während Tagen und Jahren. Und doch entstand plötzlich ein Misstrauen, kleine Reibereien und Zwistigkeiten, die im Zeitpunkt wo diese Zeilen geschrieben werden als weitgehenst ungerechtfertigt bezeichnet werden müssen. Unter diesen etwas ungünstigen Voraussetzungen besammelten sich die für die Kinderbescheerung verantwortlichen Zeichnenden am 3. Januar 1959 im Restaurant Magdalena. Diese Zusammenkunft war von Seiten der Bisherigen so schwach besucht dass die Versammlung von nur 5 Mann einzig beschliessen konnte für diesmal von der gewohnten Fastnachtsveranstaltung abzusehen und ein anderes Jahr den Versuch wieder aufzunehmen. Franz Fuchs der getreulich Rechnung abgelegt hatte nahm das Sparbüchlein das mit den Überschüssen früherer Jahre geäuffnet wurde in Verwahrung und Josef Ulrich "Gaggalari" führte den Narrenstock. Abstammung Vielztüür und bearbeitet vom Bildhauer Jakob Schmid selig, heim in sein behäbiges Haus. Der Ausgang dieser Zusammenkunft kam der Auflösung des Fasnachtskomitees Rickenbach gleich. Doch nur einen Tag spähter trieb es Josef Ulrich-Solca aus dem Hause und zu Franz Fischlin, der unbelastet von allem bisherigen,  das Klagelied anhörte und versprach mit andern Rickenbächlern Fühlung aufzunehmen um die Möglichkeit zu prüfen wie die Kinderbescheerung in Rickenbach in dieser Fasnacht 1959 doch noch bewerkstelligt werden könnte. Franz Fischlin machte den Versuch und wenn es auch nicht lauter Zusagen eintrug war es doch ein voller Erfolg indem sich eine schöne Zahl neue Fastnachtsfreunde willig zur Verfügung stellten. So durfte Franz Fischlin getrost zu einer allgemeinen Aussprache einladen, die dann in der Folge am 17. Januar 59 im Schulhaus Rickenbach stattfand. 10 Mann Franz Fischlin, Josef Ulrich-Solca, Xaver Fuchs Förster, Josef Ulrich jun., Jules Zehnder, Bernhard Ceberg, Josef Strüby Perfiden, Werner Bamert, Fidel Kenel Bellevue, Josef Horath. Franz Fuchs Urenmatt liess sich entschuldigen, gab aber Versicherung ab dass er alle Bestrebungen unterschtütze die die Weiterführung der Rickenbächler Kinderbescheerung zum Ziele haben.

In dieser Versammlung waren sich alle darüber einig: Die Kinderbescheerung wird auch dieses Jahr durchgeführt und zwar ohne dass von Haus zu Haus gebettelt wird. Mann dachte vielmehr daran abzuklären ob eine Anzahl feste Mitglieder für eine zu Gründende Fasnachtsgesellschaft geworben werden können die einen Jahresbeitrag von ca. 10.- Franken zu bezahlen bereit sind. Überdies sollen Gönnerbeiträge entgegengenommen werden mit der Zusicherung ausschliesslich nur für die Kinderbescheerung verwendet zu werden. Diese 10 Mann beschlossen im weiteren zu einer Gründungversammlung einzuladen und alles vorzubereiten was zu einer festen Organisation führen könnte. Vor allem war es die Auffassung aller Teilnehmer, im vollen Einverständnis mit den Bisherigen, zu einer Neuformierung der Rickenbächler Fastnachtsqlique zu gelangen. Ein  neues Sternlein war aufgegangen und leuchtete hinein in die winterliche Nacht. Möge es aufgehen und zu einem Fixstern erster Ordnung werden.

brrrum, brrrum, brrrumpum ---- sind so guet Maschgrad !!

09.01.1960 B. Ceberg

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